SKI ALPIN
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Bernhard Russi eröffnet die neue Skisaison

Freitag, 7. September 2001 / 17:57 Uhr

St. Moritz - Mitten im Sommer, genau 512 Tage vor Beginn der alpinen Ski- Weltmeisterschaften 2003 in St. Moritz, gab Bernhard Russi symbolisch die Piste frei zum verrücktesten WM-Startschuss aller Zeiten.

Im beinahe überhängenden Felsen-Labyrinth am Piz Nair entsteht auf 2836 m eine Stahlrohr-Konstruktion, von wo aus die Abfahrer mit einem «Überschall-Start» das Rennen in Angriff nehmen werden.

Das Gelände weist 100 Prozent Neigung auf und ist nur über den Mittelmast der Piz-Nair-Seilbahn zugänglich. Binnen weniger Sekunden erreichen die Fahrer von null ein Tempo von weit über 100 km/h. «So schnell wird sonst nur noch in der Formel 1 gestartet», sagte Pisten-Architekt Bernhard Russi, der zusammen mit dem Exrennfahrer (und St. Moritzer Kur-Sekretär) Martin Berthod der geistige Vater dieser wohl attraktivsten und sicher steilsten Streckenpassage im alpinen Skisport ist.

«Ich bin froh, dass ich nicht mehr selber fahren muss», meinte Russi, der überzeugt ist, dass dieser steile Startabschnitt auch den Athleten viel Überwindung abfordern wird. Bei der Weltcup- Abfahrt Anfang Februar wird die St. Moritzer Engiadina-Piste erstmals in ihrer vollen Länge und kompletten Höhendifferenz von 801 m befahren. Um das reglementarische Minimum von 800 Höhenmetern zu erreichen, musste der Exkurs in dieses zerklüftete hochalpine Gelände unternommen werden, der rund vier Millionen Franken kosten wird.

Ein einmaliges Spektakel ist die Entschädigung für diese Investition, und selbst der sonst meist kritische Paul Accola lobte: «So ist diese Abfahrt sensationell.» Accola selber stellte sich als Testfahrer zur Verfügung, und sein Bruder Thomas ist mit einem «Menzi Muck» an diesen diffizilen und recht gefährlichen Bauarbeiten beteiligt.
(sda)