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Schweizer Skiverband im roten Bereich

Sonntag, 8. Juli 2001 / 12:41 Uhr
aktualisiert: 13:31 Uhr

Bern - Sportlich geht es wieder aufwärts, aber finanziell ist der Skiverband (Swiss Ski) massiv in den «roten Bereich» geraten. An der DV in Engelberg mussten Verbandspräsident Duri Bezzola und Direktor Jean-Daniel Mudry (Foto) einen Verlust von 237 440 Franken ausweisen.

Da keine Reserven mehr bestehen, ist Swiss Ski mit über 100 000 Franken verschuldet.

Bei einem Aufwand von 17,759 Millionen Franken entspricht das Defizit 1,36 Prozent des Umsatzes. In Wahrheit wäre der Verlust noch höher ausgefallen, da der Verband aus administrativen Gründen den Termin des Jahresabschlusses vom 1. Juni auf den 30. April vorzog, das Geschäftsjahr 2000/01 also lediglich elf Monate umfasste. Der Bericht der Geschäftsprüfungskommission endet mit dem lakonischen Satz: «Wir halten fest, dass der Verband überschuldet ist.» So war auch nicht erstaunlich, das 103 von 1673 Stimmen dem für die Jahresrechnung zuständigen Präsidium die Entlastung verweigerten und sich 68 der Stimme enthielten.

«Wir müssen die Finanzen in Griff bekommen», sagte Duri Bezzola bei seinem ersten Auftritt als Swiss-Ski-Präsident, «das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.» Gemäss dem obersten Ski-Chef verschlang die aufwändige Umstrukturierung des Verbandes mehr Geld als erwartet, «und bei den Alpinen», so Bezzola weiter, «war man zu wenig sorgfältig bei der Einstellung von Personal. Das führte zu Kostenüberschreitungen.»

Finanzchef Lionel Frei betonte, dass der Verlust nichts mit dem ebenfalls finanzgeplagten Hauptsponsor Swissair zu tun hat: «Alle Zahlungen sind fristgerecht eingegangen.» Frei ist zuversichtlich, dass das nächste Rechnungsjahr ausgeglichen gehalten werden kann. Dazu hat das Präsidium eigens eine Controlling-Gruppe ins Leben gerufen.

Den zweiten Schwerpunkt der DV bildeten die Ehrungen. Zu Ehrenmitgliedern wurden der Zürcher Max Colpi und der Solothurner Paul Meier ernannt, die sich beide während Jahrzehnten als Verbandsfunktionäre in verschiedensten Chargen und als Regionalpräsidenten von Zürich und Nordwestschweiz Verdienste erwarben. Weniger Glück hatte Swiss Ski mit den Ehrungen der Athleten: Sonja Nef blieb bei ihrer Anreise aus Österreich im Ferienstau stecken, und die beiden Walliser Junioren-WM- Medaillengewinner Silvan Zurbriggen und Fränzi Aufdenblatten wurden versehentlich eine Stunde zu spät aufgeboten.
(sda)